Saucony Xodus ISO Testbericht

Ach so spricht man das aus! – Wohl einer der Sätze die man mit einem Saucony am Fuß am meisten hört. Es ist recht einfach: „So-ko- ni“. Benannt ist die Sportartikelfirma nach einem Fluss im Westen der USA und einem Indianerstamm. Auf dem Trail sieht man die Schuhe von Saucony nicht ganz so oft. Das liegt wohl auch daran, dass sie das Ganze nicht wirklich aktiv angehen.

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Nichtsdestotrotz, Saucony weiß wie man Laufschuhe baut und das beweisen auch ihre Trailmodelle. Einer meiner ersten Trailschuhe für die lange Kante war ein Xodus 3 und ich war damals sofort begeistert. Nach langer Saucony Abstinenz ist nun endlich  mal wieder ein Schuh der Firma bei mir gelandet. Der neue Xodus ISO. Von seinem Ur-Ur- Urgroßvater hat er nur mehr den Namen, zumindest äußerlich.

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Der erste Eindruck

Wow, ganz schön viel Schuh. Die Sohle ist recht üppig und die Außensohle baut nach unten sehr breit. Sofort sticht einem die ISO-Fit Bauweise ins Auge. Der Xodus ISO ist wie ein Socken aus einem Stück genäht. Die Laschen für die Schnürung ist extern aufgesetzt. Ich mag’s ja gerne bunt, da war ich bei der grauen Farbe erst etwas enttäuscht. Bis ich die Außensohle gesehen habe, die war knall orange. Super, er fällt also doch auf. Auffällig ist auch die recht massive Fersenkappe.

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Die Passform

Auf die ISO-Fit Passform war ich extrem gespannt und ich wurde nicht enttäuscht. Der Schuh passt wie ein zweiter Socken. Er umschließt den Mittelfuß sehr gut, hat aber eine weite Zehenbox. Das ist vor allem für die Langstrecke wichtig, damit der Fuß Platz hat. Die Schnürung ist etwas eigenwillig angebracht, funktioniert aber gut und lässt sich präzise justieren. Saucony setzt schon recht lange auf die 4mm Sprengung und das steht den Amerikanern sehr gut. Die Zwischensohle ist wirklich üppig, man steht sehr weich. Das Obermaterial fühlt sich weich und angenehm an und lädt damit zum Langen laufen ein.

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Die Sohle

Wie schon gesagt, Saucony setzt schon lange auf 4mm Sprengung, beim Xodus ISO aber eher auf untypisch viel Zwischensohle. Das stört jedoch nur auf den ersten Blick, die „Everrun“ Dämpfung fühlt sich zwar komfortabel an, ist aber nicht zu weich. Durch die 4mm hat man auch nicht das Gefühl, sehr hoch zu stehen. Bis zum Xodus 6 hat Saucony auf Vibram als Sohlenhersteller gesetzt, beim neuen Xodus ISO auf die hauseigene PWRTRAC Gummimischung. Das Profil ist sehr grob und in Zacken gehalten, es verspricht jede Menge Grip.

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Auf der Strecke

„runanywere“ steht auf der Lasche – also gut, los geht’s auf den Trail. Und auch wenn der Xodus ISO so wirklich ganz anders aussieht als mein alter Xodus 3, es fühlte sich irgendwie bekannt an. Die Laufeigenschaften sind sehr ähnlich. Der Schuh ist extrem lauffreudig, rollt gut ab und dank der 4mm lädt er sogar zum schneller Laufen ein. Lediglich die Dämpfung ist deutlich softer geworden. Vor allem auf langen Strecken mag ich das aber sehr gerne. Dank der breiten Sohlenkonstruktion wirkt der Schuh sehr stabil und lässt einem auch zwischen den Wurzeln nicht in Probleme kommen.

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Mit 292g ist der Xodus ISO nicht gerade ein Leichtgewicht, wenn man ihn aber mit anderen Ultraschuhen vergleicht, liegt er mit unter 300g schon auf der leichteren Seite. Der Schutz im Schuh ist ausreichend und der Halt sehr gut. Auf winkeligen, schnellen Trails kommt der Xodus ISO aber an seine Grenzen. Dafür ist er mir persönlich etwas zu träge. Er mag’s lieber länger und gemütlicher. Der Grip der Sohle hat mich sehr überrascht, ich vermisse die Vibram Sohle keine Sekunde. Der Xodus ISO hält in Matsch, auf weichem Boden, rollt locker über Schotterpisten und bringt auch im Wald die Kraft auf den Boden. Selbst bei nassen Steinen und Wurzeln ist der Grip akzeptabel.

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Fazit

Der Saucony Xodus ISO ist ein Trailrunning Schuh, wie ich ihn mag. Auch wenn Saucony nicht viel Wirbel um ihre Trail-Schuhe machen, sie liefern eine grundsolide Arbeit ab. Der Xodus ISO ist ein super Schuh für längere Läufe und auch Ultras. Die Dämpfung ist ausgewogen, die Passform sehr gut und der Grip passt auf ganz vielen Untergründen. Ideal ist der Xodus ISO auch für schwerere Läufer oder Einsteiger. Die Fersenkappe ist etwas übertrieben, das ist aber eine rein optische Kritik, denn negativ spüren tut man sie nicht. Mit dem Xodus ISO werde ich also sicher noch einige Kilometer abspulen, ganz wie mit seinem alten Herrn, der noch immer bei mir daheim die Laufschuh-Pension genießen darf.

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Mehr Infos zum  Saucony Xodus ISO findet ihr hier

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