Saucony Peregrine 6 Ice+ Testbericht

Spikes oder normale Schuhe – eine Frage, die man sich im Winter des Öfteren stellt. Die Spikes greifen zwar auf Eis und hartem Schnee gut, auf Asphalt laufen sie sich aber recht unangenehm. Und vor allem jetzt, wenn’s langsam Frühjahr wird, werden die Eis- und schneefreien Flächen mehr . Saucony geht mit dem Peregrine 6 Ice+ einen neuen Weg. Sie haben dem Trailrunning-Schuh die neue Arctic Grip Sohle von Vibram verpasst.

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Mehr Grip auch ohne Spikes soll die neue Sohle bringen, dafür aber normal laufbar sein, wie eine normale Sohle. Bei der Arctic Grip Sohle handelt es sich um Elemente, die sehr rauh sind und damit fast wie ein Micro-Fell wirken. Der Schuh ist trotzdem leicht und laufbar.

Die Arctic Grip Flächen.

Die Arctic Grip Flächen.

Der erste Eindruck

Der Saucony Peregrine 6 Ice+ kommt in anthrazit-blau daher und was mir als erstes auffällt: es ist ein Winterlaufschuh, aber ohne Goretex oder sonstiger wasserdichter Membran. Ja, ich bin kein sonderlicher Fan von Goretex in Schuhen, zumindest ¾ des Jahres, aber im Winter sehe ich das etwas anders. Da mach das Goretex den Schuh wärmer und hält die kalte Nässe draußen. Auch das Profil ist nicht sonderlich grob. Das Obermaterial fühlt sich angenehm an, ist nahezu nahtlos verarbeitet und (ist) gefällig. Die Verarbeitung ist wie von Saucony gewohnt sehr sauber. Mit seinen 266 Gramm ist der Peregrine 6 Ice+ dafür angenehm leicht. Hier macht sich das Fehlen der Goretex Membran natürlich positiv bemerkbar.

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Die Passform

Hier gibt es wie immer bei Saucony nichts zu beklagen. Ich finde den Leisten der Amerikaner immer sehr angenehm, sie passen mir einfach. Der Schuh ist an der Ferse sehr weich geplosterten, auch die Zunge ist angenehm weich. Die Zunge ist mit dem Schaft verbunden und kann damit nicht verrutschen. Die Innensohle ist schon durchlüftet und der Fersensitz ist sehr gut. Er fühlt sich sehr angenehm an.

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Die Sohle

In der Zwischensohle findet man, wie bei Saucony bekannt, die Everrun Dämpfung. Sie ist sehr ausgewogen, weich aber straff genug um Lauffreude aufkommen zu lassen. Auch bekannt bei Saucony ist die 4mm Sprengung, die ebenfalls zur Lauffreude beiträgt. Dann die Außensohle. Hier wurde die Vibram Arctic Grip verwendet. Die Sohle verspricht viel Grip auf Eis, dafür braucht die Sohle aber Fläche. Somit hat der Peregrine 6 Ice+ eine wenig profilierte Außensohle. Für einen Trailschuh und für meinen Geschmack fast etwas wenig.

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Auf der Strecke

Wie zu erwarten läuft sich der Peregrine 6 Ice+ sehr angenehm. Dank der Arctic Grip wie ein normaler Laufschuh. Der Fersenhalt ist gut und die Dämpfung ausgewogen. Die Schnürung lässt sich gut dosieren. Nun zur Arctic Grip Sohle. Sie soll auf Eis ausreichend Halt bieten. Ich hab sie auf mehreren Untergründen ausprobiert. Von Eis bei -26 Grad bis zu feuchtem Eis und festgefahrenem Schnee. Die Ergebnisse sind sehr unterschiedlich. Auf kaltem, kompaktem Eis spürt man nicht viel vom Arctic Grip, bei langsamer Geschwindigkeit geht’s noch eher, schnell über eine eisige Fläche laufen geht allerdings kaum. Auf feuchtem Eis greift sie hingegen wieder gut und auf festem Schnee wirklich sehr gut. Auf Asphalt fühlt sich der Peregrine6 Ice+ wie ein ganz normaler Laufschuh an.

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Fazit

Ich bin beim Saucony Peregrine6 Ice+ etwas unschlüssig. Denn eigentlich ist der Peregrine ja ein Trailschuh, doch mit dem Profil des Ice+ wird man auf den verschneiten Trails nicht ganz glücklich werden. Auch fehlt mir doch etwas das Goretex. Denn im Winter hält es schön wärm und in matschigem Schnee ist die Membran wirklich gut.  Als Trailschuh würde ich den Peregrine6 Ice+ also nur eingeschränkt empfehlen. Sehr wohl empfehlen kann ich ihn als Winter-Straßenschuh. Hier läuft er sich sehr gut, bietet mit dem Arctic Grip doch mehr Halt als ein normaler Schuh und auch die Spikes können nicht abgelaufen werden.

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Mehr Infos zum Saucony Peregrine 6 Ice+ findet ihr hier