Salomon S-Lab X-Series im Test

Mit dem S-Lab X-Series geht Salomon ganz neue Wege, und zwar ganz klar abseits der Trails. Der X-Series ist das Aushängeschild der City Trail Linie. Damit will Salomon seit heuer auch verstärkt auf der Straße Fuß fassen.

Somit habe auch ich mich mal wieder mehr auf die Straße begeben, um den X-Series auf den Zahn zu fühlen. Eines ist aber klar, solange Salomon auf dem Schuh steht musste er natürlich auch etwas ins Gelände.

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Der erste Eindruck

Für meinen persönlichen Geschmack ist der X-Series der schönste Schuh den Salomon jemals gebaut hat und schon bei der Präsentation im Vorjahr war klar: den muss ich haben. Er ist mit 237g recht leicht und wirkt für einen Salomon ausgesprochen filigran. Alles weiche Materialien und eine fast schon fluffige Zwischensohle. Damit ergibt sich beim ersten Reinschlüpfen sofort ein Wohlgefühl. Dank der vernähten Zunge sitzt der Schuh sehr gut. Beibehalten hat man auch für die Straßenrakete die bekannt „Quick-Fit-Schnürung“ natürlich mit einer eingenähten Tasche für die Schnürsenkel. Generell muss man sagen, dass alle verwendeten Materialien sehr weich sind.

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Auf der Strecke

Ok, also dann ab auf den Asphalt. Der erste Eindruck täuscht nicht, der X-Series ist ausgesprochen gut gedämpft und ich bin wirklich überrascht wie gut sich dieser Salomon auf der Straße läuft. Er rollt sehr leicht ab und wirkt dynamisch.  Er ist mit 8mm Sprengung nicht extrem flach, das gefällt mir persönlich aber gut. Natürlich habe ich auch einen Abstecher ins Gelände gemacht. Vor allem auf Schotterstraßen macht der X-Series noch immer eine gute Figur und auch auf trockenen Waldwegen lässt er sich gut laufen. Er hat aber keine Salomon-typische Zehenkappe, das macht ihn im Gelände etwas empfindlicher. Sobald es feucht oder matschig wird, kommt der X-Series an seine Grenzen. Das ist auch klar, dafür ist er halt einfach nicht gebaut.

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Die Sohle

Salomon setzt wie immer auf seine eigene „Contragrip“ Sohle. Ich bin nicht wirklich ein großer Fan der Eigenbausohle von Salomon im Gelände, aber auf der Straße verrichtet sie ihren Dienst sehr gut. Man hat einen guten Bodenkontakt und auch auf nassem Asphalt ist der Grip ausreichend, nicht zuletzt dank der Profilanordnung und dem wirklich flachen Straßenprofil. Auch auf Schotter funktioniert die Sohle gut. Das Gefühl für den Untergrund ist sehr gut, dadurch spürt man auf Schotter wirklich jeden Stein. Die EVA-Zwischensohle weißt zwei Härtegrade auf und bietet Dämpfung, Stabilität und Bewegungskontrolle.

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Die Passform

Dank „Sensifit“ und „Endofit“ ist die Passform wirklich hervorragend. Der Fuß sitzt gut im Schuh, aber auch nicht zu fest. Danke vernähter Zunge gibt es kein rutschen und der Schuh wäre sogar ohne Socken laufbar.  Die Zehenbox ist recht groß, damit haben die Zehen viel Freiraum, das ist vor allem bei langen Läufen sehr angenehm. Dadurch hat der Schuh im Vorfuß aber wenig Seitenhalt, kein großes Problem wie ich finde. Denn einen Hang queren muss man mit dem Schuh nicht und Straßen sind selten so schief. Kritik gibt es, wie bei allen S-Lab Modellen, an der Einlegesohle. Das ist nur ein Stück Schaumstoff mit ein wenig Stoffbezug drüber. Schuhe in dieser Preisklasse hätten sich eine brauchbare Einlegesohle verdient. Trotzdem passt der Schuh gut, aber es könnte halt noch besser sein.

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Fazit

Salomon ist es mit dem S-Lab X-Series gelungen, einen wirklichen Straßenschuh zu entwickeln der nicht nur Fans der Marke begeistern kann und mit den Big-Playern im Straßenlaufsport mithalten kann. Und da auch Trailläufer ab und zu mal eine Runde auf Aspahlt drehen, ist der X-Series eine gute Alternative zu Asics und Co. Er ist leicht genug, gut gedämpft, läuft sich angenehm und ist noch dazu eine wirkliche Schönheit. Mit € 160,- ist er allerdings nicht ganz günstig. Da aber für das kommendes Jahr schon ein Nachfolger präsentiert wurde, dürfte der X-Series schon jetzt günstiger zu finden sein.