Premierentest Dynafit Feline Vertical Pro

Gehören die zusammen? – Mit dieser Frage werden sich die zukünftigen Besitzer des Dynafit Feline Vertical Pro des öfteren konfrontiert sehen. Dynafit schickt für die Saison 2016 ein völlig neues Modell ins Rennen, den Feline Vertical Pro. Der Name ist dabei Programm: das neue Modell rundet die Dynafit Schuh-Palette in Richtung Berglauf, Vertical-Running ab.

Als einer der Ersten durfte ich den Vertical Pro gleich nach seiner Premiere testen. Die Chance habe ich gerne genutzt und in den vergangenen vier Wochen 5000 Höhenmeter mit dem Vertical Pro abgespult.

c: auffimuasi

Dynafit Feline Vertical Pro

Der erste Eindruck

Keine Frage – der Vertical Pro fällt auf. Der Schuh kommt in zwei Farben: der linke in giftgrün und der rechte in knallpink – womit die eingangs gestellte Frage auch beantwortet wäre. Mit 250 Gramm ist er der mit Abstand leichteste Schuh von Dynafit. Bei einem vor allem für bergauf ausgelegten Schuh ist das auch ein wichtiger Punkt. Er fühlt sich sehr weich und flexibel an. Ins Auge sticht auch die neue „Megagrip“ Sohle von Vibram die besonders viel Grip verspricht. Sie ist zwar grob, aber auch nicht so extrem, dass man fürchtet nach wenigen Kilometern auf Steinen oder Asphalt schon ohne Profil dazustehen. Die Sprengung beträgt 4mm und die Zwischensohle verspricht gutes Gefühl für den Untergrund. Als Schürung kommt das vom Feline bekannten „Quicklacing“ zum Einsatz, die Zunge ist sehr dünn und mit dem Schuh vernäht. Auch eine Tasche für das Schuhband ist integriert. Der Schuh sitzt sehr gut am Fuß, dabei schnürt die Schnürung den Fuß aber auch nicht ein. Man will sofort loslaufen mit dem Vertical Pro.

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Dynafit Feline Vertical Pro

Auf der Strecke

„Maximale Bodenhaftung, möglichst direkte Kraftübertragung und Reaktivität wurden als oberste Entwicklungsziele formuliert“, heißt es im Pressetext zum Feline Vertical Pro. Ich habe den Schuh sowohl auf Schotter, Wald- und Wiesenwegen, feuchten und trockenem Gras wie auch trockenen Wanderwegen testen können. Matsch war leider keiner dabei. Aber es ergibt sich ein klares Bild: Durch die 4mm Sprengung animiert der Vertical Pro regelrecht zum schnelleren laufen. Er lässt sich sehr gut laufen, es fehlt mir im Flachen allerdings ein wenig die Dynamik. Es wurde zwar eine Fasereinlage in der Sohle verbaut, die schützt vor allem vor den Steinen. Bergauf ist es ganz anders. Desto steiler, desto dynamischer wirkt der Schuh. Überraschend stark ist er auch bergab, hier lädt er richtig zur Trailhatz ein.

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Dynafit Feline Vertical Pro

Die Sohle

Der Grip ist wie schon vom Feline bekannt extrem gut. Das Profil packt zu und man kann sich darauf verlassen, dass man nicht wegrutscht. Die neue Megagrip Mischung von Vibram hält auch auf feuchten Steinen oder Gras wirklich gut. Die Dämpfung ist natürlich etwas straff. Das ist bei dem Einsatzgebiet des Schuhs aber kein Kritikpunkt, sondern eine Feststellung. Denn für die Höhenmeterjagd ist die Dämpfung eh kein Thema und bergab will der Vertical Pro halt auch lieber im Gelände und nicht auf Schotterpisten gelaufen werden. Dank der Fasereinlage bohren sich auch keine Steine durch die Sohle, dennoch spürt man den Untergrund sehr gut.

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Dynafit Feline Vertical Pro

Die Passform

Reinschlüpfen und wohlfühlen – zumindest so ähnlich. Der Schuh sitzt gut am Fuß und passt auch gut, er umschließt den Fuß aber sehr stark was ihn etwas eng macht. Aber in einem Ferrari sitzt man halt auch anders als in einer S-Klasse. Trotzdem fühlt sich der Schuh gut an, dank „Minimal Fit“ wird der Fuß gut gehalten. Lediglich im Vorfußbereich würde ich mir mehr Halt wünschen. Bei steilen Querungen hat man das Gefühl, etwas neben den Schuh zu rutschen. Trotzdem ist der Halt bergauf gut, die Ferse sitzt und rutscht nicht. Sie ist aber wie vom Feline her bekannt eng und hart.

Dynafit Feline Vertical Pro

Dynafit Feline Vertical Pro

Fazit

Keine Frage, der Feline Vertical Pro hat es drauf. Er ist eine echte Kampfansage an Salomon mit dem Slab Sense 4 und 4SG. Wer einen Schuh zum Berglaufen sucht, steiles Gelände mag und einen extrem agilen Schuh für knackige Anstiege sucht ist bei Dynafit nun an der richtigen Adresse. Mit dem Vertical Pro gelingt den Südtirolern ein Lückenschluss. Der Feline SL ist ein sehr guter Schuh, aber für wirkliche Höhenmeterboltzerei etwas schwer. Hier rundet der Vertical Pro das Angebot perfekt ab. Für kurze bis mittellange Strecken mit vielen Höhenmetern ist der Vertical Pro absolut zu empfehlen und die Vibram Megagrip Sohle setzt dem Schuh noch den I-Punkt auf. Für alle die es weniger auffällig mögen, gibt´s den Feline Vertical auf ohne „Pro“ mit weniger auffälliger Farbauswahl. Und natürlich gibt es den Vertical Pro auch in Damen-Größen. Der Dynafit Vertical Pro kommt ab Februar 2016 in den Handel.

13 Gedanken zu “Premierentest Dynafit Feline Vertical Pro

  1. Rein optisch schon mal der Oberknaller. Mal was anderes. Die Idee, zwei unterschiedliche Farben zu nehmen, finde ich jedenfalls top. Pink hätte es aber nicht unbedingt sein müssen.
    Die Sohle sieht auch sehr kernig aus.

    • Mit Pink hast wohl recht. Ich sehe die Farbe mehr als Marketing. Denn das dieser Dynafit vor allem in der Farbkombi extrem auffällt ist fix. Und nach ein paar Läufen gefällt mir die Kombi inzwischen sogar selbst. Und es ist schon cool, wenn dir Nichtläufer mit großen Augen auf die Füße schauen 😉

  2. Für Mädels ist das mit dem Pink ne super Sache 🙂
    Ist es eine Alternative zum RaceUltra270 von Inov8?
    Die haben den Schuh nämlich in der Form nicht mehr und eine Alternative für mich fänd ich ganz schön.

  3. Danke für deinen Testbericht! Ich bin schon begeisterte Nutzerin vom Feline SL, und den Vertical Pro finde ich schon alleine wegen der Farbkombination cool. 🙂

    • Servus Frank
      Kann man so Pauschal natürlich schwer beantworten. Aber ich hatte im Vorjahr bei meinem KAT-Walk mit 110k den Dynafit Pantera an und war super zufrieden. Da gibt´s heuer ein Update, der heißt nun Feline Ultra. Super Passform und gut gedämpft, aber eher für trockene Verhältnisse. Eine große Empfehlung ist auch der Hoka One One Speedgoat und der New Balance Leadville. Das sind meine 3 Ultra Favoriten. Welchen Ultra willst denn laufen?
      LG Harald

      • Der GGUT, der wäre heuer mein Ziel! 😉
        Warum in die Ferne schweifen, wenn das schöne so nah!

        Danke für deine Antwort.
        Schöne Ostern

      • Sehr gute Entscheidung! Ich laufe da heuer den kürzeren mit den 50k.
        Bitte immer gerne.
        Dir auch schöne Ostern, LG Harald

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