Hoka One One Speedgoat 2 Testbericht

Jetzt gibt es wieder mal Marshmallows für die Füße. Nach dem Mafate Speed 2 trudelte vor einigen Wochen ein weiterer Nachkomme eines sehr beliebten Hoka One On-Schuhs bei mir ein, auf den ich wirklich schon hart gewartet habe: der Speedgoat 2. Sein Vorgänger konnte mich im Vorjahr richtig begeistern. Umso gespannter war ich auf die neue Version.

Beim Speedgoat 1 gab es nur sehr wenig zu beanstanden, für das Update hat sich Hoka One One aber dennoch einiges einfallen lassen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Hokas würde ich den Speedgoat nicht als reinen Ultraschuh einstufen. Seinen Namen hat er vom Speedgoat 50-Rennen, bei der Entwicklung mitgearbeitet hat zudem Karl Meltzer. Also eine vielversprechende Kombination.

Der erste Eindruck

Wie alle Hokas sticht auch der Speedgoat 2 sofort ins Auge. Nicht nur wegen seiner knalligen Farbe, es gibt ihn auch dezenter, sondern wegen seiner imposanten Erscheinung. Hokatypisch mit richtig fetter Sohle wirkt der Speedgoat auf den ersten Blick plump. Wer ihn aber in die Hand nimmt hat den ersten Aha-Effekt. Denn er ist so ganz und gar nicht plump, mit seinen gut 270 Gramm ist er nicht nur für sein Erscheinungsbild sehr leicht.

Auffällig zum Vorgänger ist auch die Schnürung. Hier setzt Hoka zwar weiterhin auf normale Schuhbänder, aber im Gegensatz zum Vorgänger mit wesentlich mehr Ösen. Leider kann man sie nirgends verstauen. Wie alle Hokas ist der Speedgoat 2 sehr sauber verarbeitet und an den wichtigsten Stellen verstärkt, wie an den Zehen. Zudem wurde dem Schuh auch wieder eine Vibram-Außensohle spendiert, diesmal die Megagrip-Mischung.

Die Passform

Reinschlüpfen und wohlfühlen – das trifft bei Hoka eigentlich immer. Aber im Gegensatz zu den schwereren Geschwistern ist der Speedgoat 2 nicht nur bequem, er sitzt auch sehr gut am Fuß. Dank der neuen Schnürung lässt er sich auch noch besser anpassen. Bei der Einlegesohle wurde auch wieder auf Ortholite vertraut, das steigert die Passform nochmal. Man sitzt sehr tief im Schuh und mit nur 4mm Sprengung verspricht er Lauffreude.

Die Sohle

Das Herzstück eines jeden Hokas, die überdimensionale Zwischensohle. Diese wurde erstmals grafisch gestaltet, was mir wirklich besonders gut gefällt. Zudem dämpft sie wirklich unglaublich. Aber trotzdem schafft es Hoka, die Lauffreude zu erhalten, denn die Sohle ist direkt unter der Ferse sehr weich und dämpft gut, wird aber bald etwas fester und lässt den Schuh locker abrollen. Aber keine Frage, der Schuh ist super weich und die Sohle ist extrem breit, das vermittelt Sicherheit. Mit der Vibram Megagrip setzt Hoka auf eine bewährte Gummimischung. Diese dürfte nun auch etwas langlebiger sein als beim Vorgänger.

Auf der Strecke

Es ist für mich immer wieder faszinierend, wie es Hoka schafft, in diese Monsterschuhe so viel Lauffreude zu verpacken. Denn auch wenn der Schuh plump wirkt, er läuft sich unglaublich agil. Er vermittelt sofort viel Vortrieb und trotz der weichen Dämpfung hat man nicht das Gefühl Energie zu verlieren. Der Speedgoat 2 fühlt sich deshalb sowohl auf Schotterpisten, wie auch auf schönen Trails wohl. Diese dürfen ruhig auch etwas technisch sein, denn der Speedgoat 2 ist leicht genug um auch auf der Hausrunde zu bestehen. Dank Vibram ist der Grip hervorragend, selbst auf nassem Stein, in Matsch, auf Waldboden oder auch auf Schotter. Und auf langen Strecken spielt er dann voll seinen Komfort aus. Nach ein paar Stunden ist der Schuh ein echter Segen.

Fazit

Ich mag diese Hokas einfach. Keine Frage, sie sind nicht nur optisch eine Geschmacksfrage. Denn dieses weiche Gefühl muss man mögen. Denn den Untergrund spürt man im Speedgoat 2 nicht. Bei den Hokas ist das aber schon so extrem, dass ich es wieder gut finde. Man hat das Gefühl wie mit einem Monstertruck über alles hinweg zu rollen. Trotzdem bringt der Schuh richtig viel Lauffreude, sogar auf winkeligen Trails. Zudem glänzt er mit einer wirklich guten Passform, selbst bei Hangquerungen gibt es kein Rutschen im Schuh und auch die Ferse bleibt da, wo sie sein soll. Natürlich mag er es vor allem auf längeren Strecken, aber auch auf den Hometrails macht er richtig Spaß. Dennoch gibt es zwei kleine Kritikpunkte. Zum einen ist die Zunge nicht mit dem Schaft verbunden und rutscht zur Seite. Wirkt sich beim Laufen nicht groß aus, stört mich aber etwas. Eine Einschränkung gibt es für den Speedgoat 2 im technisch schwierigen, hochalpinen Gelände. Durch die weiche Sohle ist der Stand immer etwas wacklig.

Mehr Infos zum Hoka One One Speedgoat 2 findet ihr hier