Hoka One One Mafate Speed 2 Testbericht

Schnell oder ausdauernd – was schon den Läufer selbst vor eine Entscheidung stellt, gilt auch für die Schuhersteller. Entweder ist der Schuh für schnelle Einheiten und Rennen ideal, oder halt eben für die richtig langen. Hoka One One gilt als Ultra-Marke. Dank der maximalen Dämpfung sind sie dafür auch wirklich gut geeignet. Doch auch bei Hoka möchte man schnell laufen.

Das sieht man daran, dass immer mehr Modelle mit dem Namenszusatz Speed auf den Markt kommen. So auch bei der Neuauflage ihres Trail-Klassikers, dem Mafate. Dieser ist derzeit als Mafate Speed 2 auf dem Markt und möchte auch bei schnellen Laufeinheiten punkten.

Der erste Eindruck

Alles klar, der Mafate Speed 2 ist wieder ein richtiger Hoka. Beim Speed Instinct waren die Hoka Entwickler ja schon fast in die Nähe normaler Trailschuhe gekommen. Mit dem Mafate Speed 2 bringen sie aber wieder einen richtigen Maximalschuh auf den Markt, dass untermauert die Fersenhöhe von 33mm. Nichtsdestotrotz ist der Mafate Speed 2 mit 295g wieder überraschend leicht für so viel Schuh. Beim Schaft kommt die sehr leichte und nahtfreie „SpeedFrame“ Konstruktion zum Einsatz. Wie gewohnt für Hoka ist der Mafate Speed 2 sehr sauber verarbeitet. Es kommt eine normale Schnürung mit Speed-Ösen zum Einsatz. Er wirkt sehr robust, mit einer großen Zehenkappe und einem Rahmen an der Ferse.

Die Passform

Reinschlüpfen und wohlfühlen gilt auch wieder für den Mafate Speed 2. Er hat eine sehr bequeme Passform, ist im Vorfuß etwas weiter, damit bei längen Läufen der Fuß Platz hat. Trotzdem sitzt die Ferse sehr gut, dank der „SpeedFrame“ hat der Fuß einen sehr guten Halt im Schuh. Wer noch keinen Hoka hatte, wird aber die erste Überraschung erleben. Nicht nur, dass der Schuh sehr hoch ist, er wirkt auch sehr weich. Die enorme Dämpfung und auch die breite Auflagefläche der Sohle spürt man auch schon beim Stehen.

Die Metallösen.

Die Sohle

Das Herzstück eines jeden Hokas ist die Zwischensohle, bei einem 33mm hohen Keil unter der Ferse auch kein Wunder. Doch man sollte sich davon nicht täuschen lassen, die Sprengung beträgt dennoch lediglich 4mm. Die Mittelsohle ist eine Kombination aus geformtem, komprimierten EVA für eine extrem leichtgewichtige Dämpfung mit RMAT. Bei RMAT handelt es sich um eine Materialmischung aus Naturgummi mit EVA. Das Ergebnis ist eine reduzierte Kompression, welche die Energie nicht schluckt, sondern zurückgibt.

Beim Mafate Speed 2 setzt Hoka auf einen früh ansetzenden „Meta Rocker“, so dass die Sohlenaufbiegung vorne bereits vor dem Ballen beginnt. Das unterstützt eine schnelle Abrollbewegung. Die Außensohle hat Hoka mit 5 mm langen Vibram Megagrip Stollen und tiefen Flex-Kerben versehen.

Auf der Strecke

Na dann raus mit ihm auf die Trails. Wie schon beschrieben, fühlt sich auch der Mafate Speed 2 anfänglich wieder etwas weich und lasch an, sobald man aber mit ihm läuft ist dieses Gefühl komplett weg. Er vermittelt große Lauffreude, rollt sehr leicht ab und sorgt für Vortrieb. Man hat überhaupt nicht das Gefühl, dass in der Dämpfung Energie verloren gehen würde. Natürlich sind mit so einer Dämpfung auch Asphaltkilometer kein Problem. Auf den Trails fühlt er sich dann wohl, wobei es hier natürlich Einschränkungen gibt. Alleine schon durch das Gewicht und die Größe. Für sehr winkelige Trails ist der Mafate Speed 2 nicht ideal, dafür ist er aber auch nicht gedacht. Da ist er zu plump. Richtig wohl fühlt er sich auf schonen Wald und Forstwegen und auf Gebirgstrails, die smooth dahin verlaufen. Die Megagrip Sohle funktioniert auch am Mafate Speed 2 sehr gut, sie ist ja inzwischen schon auf einigen Schuhen drauf. Doch macht das Profil hier einen Unterschied. Mit den Stollen hat der Schuh guten Grip auf weichem Boden, auch im Matsch hat er kein Problem, Felsen gehen auch, auf nassen Wurzeln hat das Profil seine Schwächen.

Fazit

Ein Hoka wie er aus meiner Sicht sein soll. Mit dem Mafate Speed 2 liefert Hoka einen sehr guten Ultra-Schuh ab, der auch auf einer schnelleren Hausrunde überzeugen kann. Wenig überraschend sind winklige Trails aber seine Schwäche, nicht nur wegen der Größe, zudem konnte mich die Sohle auf Wurzelwegen nicht vollständig überzeugen. Auch das Gefühl für den Untergrund geht mit dem Mafate Speed 2 ziemlich verloren. Ich habe damit kein Problem, aber ich weiß, dass einige das Feedback vom Boden sehr wohl spüren wollen. Der Mafate Speed 2 von Hoka One One richtet sich also klar an jene Trailrunner, die mehr Komfort suchen. Sie werden ihre helle Freude mit dem Schuh haben. Denn lauffreudig ist er. Einziger große Minuspunkt, die Megagrip Sohle an der Ferse weist sehr schnell Abnützungserscheinungen auf, das betrifft aber nur die fünf wirklich letzten Stollen, die hätten etwas massiver ausfallen sollen. Denn der Rest der Sohle hält gut.

Die kleinen Stollen an der Ferse nützen sich sehr schnell ab.

Mehr Infos zum Hoka One One Mafate Speed 2 findet ihr hier

Die EWinlegesohle kommt wie gewohnt von Ortholite.