Dynafit Pantera X7 Testbericht

Feuerrot und etwas klobig – so wirkt der Dynafit Pantera X7 auf den ersten Blick. Neben der Feline-Reihe bietet Dynafit mit der Pantera-Serie einen weiteren Schuh für Trailrunner an. Obwohl die Südtiroler eher den Ausdruck Alpine-Running verwenden und aus meiner Sicht, trifft es das auch besser. Vor allem für denn Pantera. Wie sein Bruder der Feline weißt er ein paar hoch interessante Vorzüge auf. So zum Beispiel Teile von Premium-Zulieferern, wie zum Beispiel eine Ortholite Einlegesohle, den Boa-Disc-Verschluss und die Vibram Aussensohle. Damit setzt Dynafit auf bewährte Qualität und auf externes Know-How und es macht sich bezahlt.

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Der erste Eindruck:

Auf den ersten Blick wirkt der Pantera X7 etwas schwerfällig. Er ist aber auch nicht für den schnellen Bergsprint gedacht, sondern für die Mittel- und Langstrecke und liegt mit seinen 340 Gramm Größe UK8) bei den Langstreckenschuhen  im normalen Bereich (Salomon SLab XT6: 330g, La Sportiva Ultra Raptor: 350g). Auf die Distanz sind es eben nicht die Leichtigkeit die entscheidet, sondern die inneren Werte des Schuhes und davon hat der Pantera X7 viele. Reinschlüpfen und wohlfühlen – das fällt schon beim ersten anprobieren auf. Dank der Boa-Schnürung mit der Disc und dem „Sensi-Fit+“, wie es Dynafit nennt, passt der Schuh wie angegossen. Das „Sensi-Fit+“ umschließt den Fuß und dank der Disc lässt sich die Schnürung sehr präzise und schnell anpassen. Ein Vorteil ist auch, dass sie während des Laufens schnell nachjustiert werden kann, oder auch geöffnet. Bei meinem 110k KAT-Walk war das super praktisch. Sobald sich Steinchen oder auch Tannennadeln usw. im Schuh sammeln, ist der Pantera X7 in wenigen Sekunden geöffnet, ausgeschüttelt und wieder am Fuß fixiert.

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Auf der Strecke:

Schon auf den ersten Laufmetern kommt dann auch gleich die Überraschung. Zum einen passt die Ortholite Sohle super und zum anderen rollt der Schuh sehr angenehm ab. Er wirkt am Fuß ganz und gar nicht mehr plump, sondern dank 8mm Sprengung und der „Duo-Motion“ Zwischensohle sehr agil und komfortabel. Bei „Duo-Motion“ handelt es sich um eine Zwischensohle aus zwei verschiedenen EVA-Einheiten. Eine weiche für die Dämpfung und eine härter für die Stabilität. Ein Segen nach vielen Stunden laufen oder auch nur wenn die Beine langsam müde werden bei langen Einheiten. Auch auf Asphalt ist der Pantera X7 durchaus ein paar Kilometer laufbar. Die Ferse ist sehr gut fixiert und die Schnürung drückt nicht auf den Rist. Dynafit verwendet eine sehr gut gepolsterte Zunge, fast zu gut gepolstert. Hier könnte man vielleicht ein paar Gramm einsparen.

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Die Sohle:

Seine Stärken spielt der Pantera X7 aber klar auf Schotterstraßen, festen Waldwegen, auf steinigen, nicht zu engen Trails oder auf Wanderwegen aus. Dank der Vibram Sohle mit „Mapping Compound“ überzeugt der Pantera X7 mit gutem Grip. Unter „Mapping Compound“ versteht Dynafit eine Sohle aus drei Härtegraden. An der Ferse der harte, abriebfeste Gummi, am Vorfußrand die mittlere Härte und im Vorfuß Mittelbereich der weichste Gummi. Auf Schotter, Felsen, festem Boden und auch auf nassem Stein ist der Grip super. Wegen des Profils hat der Pantera X7 lediglich bei Matsch, sehr weichem Untergrund und auf nassem Gras seine Probleme. Hier ist das Profil zu brav und es ist sofort mit Erde voll, die sich auch nicht mehr so leicht löst. Das ist aber sicher dem Einsatzbereich geschuldet, dafür ist die Haltbarkeit enorm. Nach 200 Kilometern sieht man noch kaum Spuren von Abnützung. Trotzdem würde ich mir eine, ein wenig agressivere Sohle wünsche, das würde den Einsatzbereich des Pantera X7 noch einmal erweitern. Einen Pluspunkt gibt es auch für den „Ballistiker Pumper“, also den Zehenschutz am Pantera X7. Er ist weich, aber trotzdem schützt er die Zehen ausreichend.

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Im Gelände:

Auch im Gelände läuft sich der Pantera X7 super, nicht ganz so agil wie der Feline, aber das verlangt man von einem Langstreckenschuh auch nicht. Dafür ist er enorm komfortabel, dank einer Platte in der Zwischensohle bohren sich keine Steine durch und auch dank der Virbam Sohle spürt man keine großen Brocken. Natürlich geht dadurch etwas das Gefühl für den Untergrund verloren, aber zum einen finde ich das sowieso überschätzt und zum anderen erwarte ich genau diese Schutzfunktion von einem Ultra-Schuh. Auch zu erwähnen ist, dass der Schuh ein wenig größer geschnitten ist als der Feline. Vor allem im Vorfuß ist er breiter. Dadurch hat der Fuß nach längeren Läufen immer noch schön Platz im Schuh.

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Das Fazit:

Der Pantera X7 ist sicher der am meisten unterschätzte Schuh in der Dynafit Modell-Linie aber auch allgemein im Trailschuh-Bereich. Er ist ein Schuh mit einem unglaublich breiten Einsatzbereich. Egal ober für die gemütliche Hausrunde auf Schotterstraßen, den Longrun mit vielen Kilometern und Höhenmetern oder sogar die Wanderung am Wochenende mit der Familie oder der schnelle Speedhike auf die nächste Alm zum Feierabendbier. Der Pantera meister das alles locker. Lediglich für schnelle Bergläufe und für Gewichtsfetischisten ist der Pantera X7 nicht dir richtige Wahl. Wer aber einen Schuh sucht, der ihm über die ganze Woche Freude macht wird mit dem Pantera X7 zufrieden sein.

Neben der X7 Version (€160,-) gibt es auch noch den MS Pantera S (€135,-) und den MS Pantrea GTX (€160,-) mit Gore Tex sowohl in Damen als auch in Herren-Versionen.

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