Brooks Caldera Testbericht

New Kid in Town – endlich hat es auch einmal ein Schuh von Brooks zu mir geschafft. Die Laufschuhschmiede aus den USA mischt schon seit langem auf dem Trailmarkt mit und hat mit Scott Jurek eines meiner ganz großen Idole mit an Bord. Die Firma ist klar auf Laufschuhe fokussiert, und ist vor allem in Übersee eine wirklich große Nummer. Vor allem in Österreich sind sie hingegen noch weniger vertreten.

Der Klassiker von Brooks ist der der Cascadia, den es schon in der zwölften Auflage gibt. Ich habe aber mit dem Caldera ein neues Schuhmodell zum Testen bekommen und war wirklich sehr gespannt. Denn die Laufschuhfirmen, die von der Straße kommen, gehen immer etwas anders an die Trailschuh-Entwicklung heran.

Der erste Eindruck

Ich mag es ja gerne auffällig, somit gefällt mir mein Caldera Testschuh gleich sehr gut. Mit seinem dunkelblauen Verlauf und der gelben Logoumrandung sticht er sofort ins Auge. Mit seinen 280 Gramm fällt er nicht unter Leichtgewicht, aber das ist ein angenehmes Gewicht für einen Trainingsschuh würde ich sagen. Brooks setzt auf eine normale Schnürung. Positiv zu vermerken ist, dass Brooks ein Staufach für die Schuhbänder in der Zunge integriert hat. Auch die Zunge selbst ist mit dem Schaft verbunden, des verhindert das Verrutschen. Der Caldera ist sauber verarbeitet, alles ist geklebt und nicht vernäht. Und hat einen Zehenschutz und eine Gamaschenfixierung an der Ferse.

Die Passform

Der Caldera fühlt sich am Fuß gut an. Vor allem im Mittelfußbereich ist er etwas schmäler geschnitten, was den Sitz verbessert, auch in der Ferse. Dank der Schnürung lässt sich die Passform gut dosieren. Die Dämpfung würde ich beim ersten Anprobieren als weich einstufen. Im Vorfuß lässt er normal großen Füßen genug Platz. Die Zunge ist angenehm weich, wie das gesamte Innenleben eher auf Komfort abgestimmt ist. Das geht aber nicht zu Lasten des Halts im Schuh.

Die Sohle

Hier spielen die Amerikaner ihr ganzes Know-Hows aus. Bei der Zwischensohle kommt ihr eigene Biomogo DNA-Dämpfung zum Einsatz. Zudem wurde in die Zwischensohle ein Schutz gegen Steine integriert. Bei der Außensohle setzt man ebenfalls auf eine eigene Gummimischung. Die Sohle hat eine leichte Rockerform. Jedoch nicht nur von vorne nach hinten, sondern auch seitlich. Mit einer Sprengung von 4mm steht man recht flach im Schuh.

Auf der Strecke

Die Straßenlaufschuh-Gene kann der Caldera nicht abstreiten. Er ist extrem lauffreudig und läuft sich auch aus Asphalt sehr gut. Dank des Rocker rollt er gut ab und die 4mm tragen ihren Teil dazu bei, dass man recht direkt über dem Untergrund steht. Die Dämpfung ist üppig und eher auf der komfortablen Seite. Das nimmt dem Caldera etwas an Dynamik. Das Profil ist nicht sehr ausgeprägt, bietet aber auf Schotter und im Wald genügen Gripp. An die Grenzen kommt die Sohle aber bei Matsch und auf nassem Stein und nassen Wurzeln. Hier heißt es aufpassen. Trotz des tiefen Standes vermittelt der Caldera auf technischen Trails nur wenig Sicherheit und man neigt zum Umknicken. Hier gebe ich der gerundeten Sohle die Schuld, die den Schuh leicht kippen lässt.

Fazit

Ein toller Laufschuh mit Einschränkungen auf technischen Trails. Der Caldera vermittelt viel Lauffreude. Man sieht jedoch, dass bei der Entwicklung die Laufeigenschaften vor jenen der Alpintauglichkeit standen. Denn auf technischen Trails tut er sich schwer und wenn es dann alpiner wird sowieso. Wenn es aber um Taltrails, durch Wälder über Wiesen, mit Schotterstraßen und auch Asphalt gehen soll, ist der Caldera ein guter Trainingsbegleiter, der viel Komfort verspricht. Der Caldera eignet sich auch sehr gut für Trailrunningeinsteiger und ebenfalls für schwerere Läufer. Sie bekommen beim Caldera viel Komfort und Schutz.

Mehr Infos zum Brooks Caldera findet ihr hier