Salewa Lite Train Testbericht

Der Bergsport-Spezialist Salewa hat heuer erstmals auch Trailrunning -Schuhe auf den Markt gebracht. Wobei es die Südtiroler „Mountain Training“ nennen und die Schuhe nicht als reine Laufschuhe sehen wollen. Sie sollen viel mehr sowohl für schnelles Berggehen, die schnelle Abend-Runde zur Hütte also auch fürs Trailrunning geeignet sein.

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Zwei Schuhe werden angeboten, der Lite Train und der Ultra Train. Ich habe mir beide zu Gemüte geführt und natürlich bin ich damit gelaufen. Aber ich habe sie auch bei schnelleren Bergtouren ausprobiert. Als erstes habe ich aber den Lite Train getestet und mir angeschaut, wofür er nun wirklich geeigent ist.

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Der erste Eindruck

Der Lite Train kommt in sportlicher Optik, mit einer auffälligen blauen Sohle. Die kommt auch nicht von irgendwoher, sondern von Michelin, aber dazu später. Das Obermaterial ist dünn, ohne Nähte und der Schuh ist sehr flexibel und mit 269 Gramm auch recht leicht. Salewa typisch ist das 3F System auch Designgebend. Die Zunge ist ebenfalls dünn. Vor allem die Flexibilität des Lite Train sticht am meisten ins Auge.  Das Obermaterial ist dünn und atmunsgaktiv, an der Zehenspitze ist ein ordentlicher Schutz gegen Steine vorhanden. Beim ersten reinschlüpfen kann der Lite Train gleich überzeugen.

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Die Passform

Der Lite Train passt gut, ist sportlich geschnitten und die Ferse sitzt. Bei der Schnürung setzt Salewa beim Lite Train auf die klassischen Schnürsenkel. Eine Lasche in der man sie verstauen kann gibt es nicht. Sie sind aber recht kurz gehalten, und hängen somit nicht herum. Auch hier fällt sofort wieder die flexible Bauart auf. Der Fuß ist nur wenig in der Bewegung eingeschränkt.  Auch die Schnürung funktioniert bestens und der Schuh fühlt sich richtig gut an.

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Die Sohle

Der Lite Train ist recht weich in der Ferse, dass hat mich etwas überrascht. Dank nur 6mm Sprengung steht man aber sehr gut im Schuh, die Dämpfung lässt ihn extrem komfortabel wirken. Nun zur Aussensohle, diese wurde zusammen mit Michelin entwickelt. Ja, zusammen und nicht von. Die Spezialisten von Salewa und Michelin haben gemeinsam die Sohle entwickelt mit anleihen beim Profil der Micheline MTB-Reifen. Die Gummimischung wirkt weich, aber nicht zu weich.

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Auf der Strecke

Der Schuh lädt aber richtig ein um mit ihm loszulegen. Ich bin natürlich mit ihm gelaufen und war gleich von beginn an begeistert. Der Lite Train ist komfortabel, dank der 6mm Sprengung lauffreudig und rollt locker ab. Die Sohle bietet allerdings wenig Stütze. Vor allem auf engen, winkeligen Trails fühlt sich der Lite Train extrem wohl. Sowohl bergauf als auch bergab ist der Schuh schön dynamisch. Die Michelin-Sohle bietet viel Grip, sogar im Matsch und auf nassen Felsen kann er punkten. Auf nassen Wurzeln ist die Gummimischung aber dann etwas überfordert.  Dank gutem Fersenhalt bringt man bergauf die Kraft super auf den Boden.

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Fazit

Für mich ist der Lite Train klar die Überraschung des Jahres. Zum einen weil es überhaupt der erste Laufschuh von Salewa ist und zum anderen, weil er wirklich super funktioniert. Auch wenn ihn die Südtiroler selbst nicht als Trailrunning-Schuh bezeichnen, er ist einer. Super Abrollverhalten, guter Grip, toller Fernsenhalt, ausreichend Dämpfung und eine ansprechende Optik, was will man mehr? Doch der Lite Train hat ein klares Einsatzgebiet. Ich werde ihn vor allem für schnelle Trailläufe einsetzten mit an die 2 Stunden Laufzeit maximal. Denn eines ist klar, der Schuh ist sehr puristisch und weich. Dadurch ist der Fuß beim Laufen sehr gefordert und man wird müde. Aber für einen Ultra ist er auch nicht ausgelegt.

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Wenn man den Lite Train als schnellen Wanderschuh verwendet spielt er seine Vorzüge voll aus. Er ist schon leicht und beim Gehen sind die Füße nicht ganz so belastet und man kann ihn auch für eine etwas längere Wanderung anziehen, aber auch hier hat er seine Grenzen. Dazu gibt es dann auch den Bruder Ultra Train. Wie sich der im Test schlägt, gibt bald hier auf meinem Blog.

Mehr Infos zum  Salewa Lite Train findet ihr hier