Scott RC 3-Part-Pole Testbericht

Das Thema Stöcke im Trailrunning hat sich in den vergangenen zwei Jahren doch stark verändert. War man sich damals noch nicht so sicher, sind inzwischen schon die meisten mit Stöcken unterwegs. Vor allem bei langen Strecken oder auf Verticals. Dementsprechend ist auch das Angebot der Industrie in dem Bereich gewachsen.

Heuer hat auch die Firma Scott spannende Stöcke am Start. Mit dem RC 3 Part Pole gibt es einen leichten Faltstock, der mir zum Testen zur Verfügung gestellt wurde. Scott setzt hier auf bewährtes, einen dreiteiligen Carbonstock mit dem Verschluss unter dem Griff. Bekannt von Leki, Dynafit und Co. Doch Scott hat sich etwas Besonderes für seinen Stock einfallen lassen. Ein ganz spezielles Schlaufensystem, damit will man sich von den Mitbewerbern abheben.

Die Optik

Wie es sich für die Scott RC Serie gehört, ist der Stock schwarz mit knallgelben Schriftzügen. Auffällig ist eben das neue Schlaufensystem mit dem sehr langen Griff. Lange Griffe kennt man zwar schon, aber bisher musste man zum Umgreifen aus der Schlaufe raus. Scott löst das anders, man kann die Schlaufe auf dem Griff verschieben und so in jeder Position auch mit der Schlaufe ziehen. Das soll mehr Druck auf den Stock bringen. Die Verarbeitung ist gut und mit einem Gewicht von 170 Gramm liegt er im üblichen, leichten Bereich. Auffällig ist auch der Pole-Locker an der Schlaufe.

Der Pole Locker.

Im Gelände

Grau ist alle Theorie, also raus mit den RC 3 Part Stöcken auf die Trails. Das Klapp- und Verschluss-System funktioniert wie gewohnt. Man fixiert den Stock wie eine Zeltstange, auseinanderziehen und einrasten und schon ist er fix. Zum Falten wird der kleine Kopf unter dem Griff gedrückt und schon kann man ihn zusammenfalten. Hier dann schon der erste Unterschied zu den Mitbewerbern. Mit dem sogenannten Pole Locker an der Schlaufe kann man die gefalteten Stöcke fixieren, das erleichtert das Tragen deutlich.

Schlaufe oben, Schlaufe unten.

Der größte Unterschied zu anderen Stöcken ist der neue Griff mit der verstellbaren Schlaufe. Der Griff ist sehr lang und durchgehend gleich dick, die Schlaufe ist über einen Ring befestigt und lässt sich auf und abschieben. Man muss beim Umgreifen also nicht mehr aus der Schlaufe raus, sondern schiebt sie einfach mit runter oder wieder rauf. Das finde ich extrem praktisch und es funktioniert auch gut. Damit kann man aber immer noch mit der Schlaufe ziehen, wie beim Langlaufen zum Beispiel. Wer die Kraft aber über den Griff überträgt, hat dadurch kaum einen Nutzen.

Fazit

Es gibt inzwischen viele sehr gute Faltstöcke, die meisten kommen aus der selben Fabrik und unterscheiden sich kaum. Scott hat sich mit dem neuen „Sliding Griff“, wie sie es selbst nennen, aber wirklich etwas Neues einfallen lassen. Ich finde das extrem praktisch, da ich wie bei Langlaufstöcken mit den Schlaufen ziehe um die Kraft zu übertragen. Dank der verschiebbaren Schlaufe geht das nun in jeder Position. Auch der Pole Locker ist sehr praktisch. Sonst ist der Stock steif und klappert nicht, ist sauber verarbeitet und liegt beim Gewicht im leichteren, aber nicht super leichten Feld. Einen Nachteil hat der „Sliding Griff“ aber, der Griff wird dadurch relativ dünn. Für Männer mit sehr großen Händen dürfte das unangenehm sein. Ich Habe Handschuhgröße 8, da passt es noch gut. Kritik gibt’s auch für die zu lange Spitze. Die fädelt zu schnell und zu tief bei Ritzen ein, das bringt eine Bruchgefahr. Trotzdem bleibt ein äußerst positives Fazit, weil Scott die Grundidee der Faltstöcke nützlich weitergedacht hat.

Weitere Infos zum Scott RC 3 Part Pole gibt es hier