Vertical UP 2015

Er ist einer der Höhepunkte der Saison und einfach ein unglaubliches Erlebnis – der Vertical Up. Dabei geht es die original Streif Rennstrecke hinauf, mit Laufschuhen, Langlaufskiern oder Tourenski.  3.312 Meter lang, zum Teil 85 % steil und mit 860 Metern Höhenunterschied – das sind die nackten Zahlen. Doch für einen Einheimischen schwingt bei der Streif noch mehr mit. Es ist der Mythos der reizt. Die Streif ist nicht nur für Skifahrer eine gewaltige Herausforderung, sie hoch zu laufen ist mindestens die selbe Aufgabe. Steil und eisig, das verlangt von den Teilnehmern nicht nur Ausdauer und Kraft, sondern auch Mut und Hirn. Denn die richtige Linienwahl kann über Minuten entscheiden und mitten im Steilhang über Eis zu gehen ist eine große Überwindung.

Mit der 5. Auflage des Vertical Up hat sich einiges geändert. Die Startnummern-Ausgabe erfolgte ab dem Vortag im K3 KitzKongress, umrahmt von einer EXPO mit verschiedenen Ausstellern. Dazu gab es erstmals eine Vorabendveranstaltung. Extremskifahrer Axel Naglich erzählte von seinem Werdegang und seinem Mt. Saint Elias Abenteuer. Anschließend war eine Podiumsdiskussion geplant, bei der ich auch auf dem Podium Platz nehmen sollte. Doch diese viel aus Zeitgründen dann ins Wasser. Der Vortag war mit etwa 80 Personen besucht. Keine Sensation, aber jeder Anfang ist schwer. Ich hoffe die Veranstalter verfolgen diese Idee weiter.

Am Samstag war ich dann ausgesprochen locker. Die Vorbereitung verlief leider nicht optimal – mit Grippe, Mittelohrentzündung und Antibiotika – und ich machte mir keine großen Hoffungen auf eine gute Zeit. Ich wollte einfach sehen was geht. Wie jedes Jahr trifft man viele bekannte Gesichter und die Stimmung ist vor dem Start großartig. Da es aber heuer erstmals über 1000 Starter waren ging´s im Startbereich recht eng zu. Und dann ging´s los: Startschuss und rauf über den Zielsprung, wie immer sehr zäh. Doch über die Hausbergkante hinauf habe ich eine gute Linie gefunden, es stockt zwar etwas aber das kam mehr sehr recht um den Puls vom ersten Startsprint wieder etwas runter zu bekommen. Kurz vor der Hausbergkante höre ich dann schon Schreie: „Harry wir wollen dich glühen sehen“ – Tom Gandler und Raimund Stanger waren dort als Bergrettungsposten stationiert und feuerten mich kräftig an. Auch das sind so die Kleinigkeiten, welche den VUP so besonders machen. Ab da geht´s dann gut dahin, bei der Seidlalm kommt die Labestation wo ich mir einen Tee gönne und auf dem Weg Richtung „Alte Schneise“ höre ich schon den Moderator aus dem Ziel die Ankunft des Siegers kommentieren. Ich denke mir noch: „Eine halbe Stunde, Wahnsinn“ und mach mich weiter auf den Weg nach oben. Die Alte Schneise und auch der Steilhang waren perfekt zu gehen und es ging gut voran. Dann noch die Mausefalle. Sie sieht wie immer beeindrucken aus, aber du weißt auch: „Hier noch rauf, dann hast du es geschafft“. Die letzten Kräfte werden mobilisiert und als ich über die Kante komme höre ich den Moderator im Ziel eine Zeit von 52 Minuten druchsagen. Da war mir klar, dass ich nicht schlecht unterwegs sein konnte. Auf den letzten Metern hab ich noch mal alles herausgeholt und es ging ins Ziel mit 55,38. Unglaublich, nach drei Teilnahmen endlich mal schneller als 58 Minuten.

Am Ende der Mausefalle. (c) www.michaelwerlberger.at

Am Ende der Mausefalle.
(c) http://www.michaelwerlberger.at

Beim Zieleinlauf. (c) Ansichtssache - Andreas Aufschnaiter

Beim Zieleinlauf.
(c) Ansichtssache – Andreas Aufschnaiter

Es war geschafft, die Streif liegt hinter mir und die Stimmung im Ziel ist wieder großartig. Danach geht es zum Umziehen und dann erstmals wieder sofort zurück ins Tal. Die Siegerehrung war heuer ebenfalls im K3. Schon seit Jahren ist das ein Wunsch von mir. Im großen Saal hatten alle Teilnehmer Platz und konnten so die Siegerehrung mitverfolgen. Im Bergrestaurant war das leider schon lange nicht mehr möglich.

Finishermedaille

Die Bilanz zum VUP 2015 fällt bei mir extrem positiv aus. Mit meiner Zeit bin ich sehr zufrieden, die Streif war in perfektem Zustand, der Vorabend verspricht einiges und die Siegerehrung war ein großes gemeinsames Fest. Bleibt nur zu hoffen, dass es die Veranstaltung noch viele Jahre gibt und das OK-Team die zunehmenden Herausforderungen meistern kann. Für heuer haben sie es auf jeden Fall sensationell geschafft.

Das wir immer sehr coole offizielle VUP-Aftervideo von Martin Hautz gibt es hier

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