Steil nach oben – Limone Extrem Skyrace

Ja, ich wollte heuer eigentlich keine Wettbewerbe mehr laufen. Es gibt aber Momente, da muss man sich umentscheiden. Zum Beispiel wenn man von Dynafit zur Teilnahme am Limone Extreme Skyrace eingeladen wird. Ich hab keine Minute nachgedacht und sofort zugesagt. Schon lange reizt es mich, an einem Skyrace teilzunehmen und dann dann noch in Limone, quasi ums Eck am Gardasee – da war die Entscheidung nicht schwer.

Bei der Ankunft zeigte sich der Gardasee von der unterkühlten und stürmischen Seite.

Bei der Ankunft zeigte sich der Gardasee von der unterkühlten und stürmischen Seite.

Und sie sollte die Richtige gewesen sein. Auch wenn die Vorzeichen nicht gut waren. Das Rennen fand am 14. und 15 Oktober statt. Bei uns in Nordtirol herrschte Fönsturm. Das heißt: im Süden ist das Wetter schlecht. Ich hatte ja auf zwei schöne Herbsttage in Limone gehofft, aber egal. Auf gehts in den Süden. In Limone angekommen schüttete es in Strömen, bei 10 Grad. Tja, schlimmer wäre es zu Hause auch nicht gewesen. Der Ärger über das Wetter war aber schnell verflogen als ich vom Hotel zum Startbereich des Skyrace gegangen bin. Trotz der Wolken waren die Bergeflanken beeindrucken und es stellte sich mir die Frage: „Wo sollen wir da bitte rauf laufen?“

Das Höhenprofil sagt alles.

Das Höhenprofil sagt alles.

Doch erst stand eine Ortsführung mit den Veranstaltern und den Offiziellen vor Ort am Programm mit anschließender Pressekonferenz. Dabei wurde bekannt gegeben, dass die Strecke für den Vertikal K am Abend wegen des Wetters verändert wurde. Für den Samstag sollte alles gleich bleiben. Sowohl für die 10k Strecke, als auch den eigentlichen Hauptlauf mit 27k. Ich hatte mich für das „Einsteiger-Skyrace“ mit 10k und 1100hm angemeldet. Die Maximale Zielzeit von 2 Stunden ließ mich dann etwas grübeln, denn damit war eines klar: gemütlich geht da nix.

Die Verticalisten starteten in die Nacht.

Die Verticalisten starteten in die Nacht.

Wir schauten uns dann den Start des Vertical K an, bei Gewitter und strömenden Regen. Keine leichte Aufgabe für die Läufer und ich hoffte, auf besseres Wetter am nächsten Tag. So sollte es auch kommen. Am Renntag zeigte sich Limone und der Gardasee schon von einer viel freundlicheren Seite. Leichte Bewölkung und kein Regen, dazu ideale Temperaturen zum laufen. Der 10k wurde um 9h gestartet, der 27 dann um 11h, wir sollten also zum Start auf jeden Fall wieder im Ziel sein.

Gute Laune vor dem Start.

Gute Laune beim Pressekollegen Veit und mir vor dem Start.

Vor dem Start herrschte italienische Lockerheit, selbst 5 Min vorher trabten noch alle locker umher, keine stand an der Startline. Doch dann gings los, einordnen und loslaufen. Und wie es los ging. Denn nach etwa 500m am Strand entlang bog die Strecke ab Richtung Berge und es ging noch bei einer angenehmen Steigung bergauf. Erst auf einem befestigten Gehweg bis wir schließllich auf einer alten Römerstraße liefen die dann schon eine recht ordentliche Steigung aufwies. Aber dann gings erst richtig zur Sache, nach etwa 2,5k bogen wir ab und vor uns stand der Berg, im wahrsten Sinne des Wortes. Es ging einen steilen Hang mit bis zu 24% Neigung in Serpentinen hoch. Nun hieß es die Kraft einteilen. Ich fühlte mich gut und die Aussicht war unglaublich. Immer wieder sah man raus zum Lago di Garda und es ging immer weiter rauf. Ich hatte eigentlich mit mehr felsigem Untergrund gerechnet, aber es waren alles super erdige Trails. Aufgelockert mit ganz kurzen flachen Stücken arbeiteten wir uns den Berg hoch.

Ab da gings dann richtig rauf.

Ab da gings dann richtig rauf.

Ich blickt auf die Uhr, 4,5 Kilometer und 350 Hm waren geschafft. Auweia, das geht noch eine Weile so, dachte ich mir. Aber der Anstieg machte richtig Spaß und dann kam plötzlich ein richtig lässiger Trail. Leicht kupiert und man konnte richtig schön laufen, immer dabei die traumhafte Aussicht. Trotzdem drückte ich nicht zu sehr aufs Gas, denn laut Angaben auf der Veranstalter Homepage musste ich bis 1100Hm noch so gut 500 zurücklegen. Aber es kam dann doch etwas anders, nach 5,8k und 750HM war eine Labestation und danach gings runter. „Da werden sich aber keine 350HM mehr ausgehen“, dachte ich mir und so wars auch. Es ging erst ziemlich steil und dann etwas weniger steil nach unten wieder Richtung Limone. Es war steil, aber fast alles laufbar aus meiner Sicht. Also eine spaßige Angelegenheit bis wir wieder bei der Römerstraße angekommen sind und es wirklich endgültig bis zum Gardesee und ins Ziel ging. Beim Schuh hatte ich mich für den Dynafit Feline Vertical entschieden, eine gute Wahl würde ich sagen. Lediglich auf der Römerstraße hätte ich mir bergab mehr Dämpfung gewünscht. Aber für mein Gewicht kann der Schuh nix 😉

Traumhafte Ausblicke.

Traumhafte Ausblicke.

Im Ziel war die Stimmung gut, auch wenn eher wenige Leute als Zuschauer unterwegs waren. Aber die Starter und Begleiter des 27k Laufes waren da und die feuerten uns noch an. Wir konnten uns dann gleich bei ihrem Start revanchieren. Nach dem die Meute los rannten konnten dann wir in Ruhe Duschen und bei einer Pizza oder bei Pasta auf ihre Rückkehr warten.

Start des 27k Rennens

Start des 27k Rennens

Das Limone Skyrace hat mir schon echt richtig Spaß gemacht. Es ist ein völlig anderes Format als sonst, es geht halt echt steil bergauf und ebenso steil runter. Aber alles machbar ohne alpin zu anspruchsvoll zu sein. Man sollte nur kein Problem haben, einen steilen Hang entlang zu laufen. Die Strecke ist aber echt genial, der Veranstalter super professionell und dennoch locker und unverkrampft. Das Ambiente in Limone ist typisch italienisch. Eine tolle Idee finde ich, dass der 10k 2 Stunden vor dem 27k gestartet wird, damit können quasi alle, alle anderen anfeuern. Für mich ist klar, Limone sieht mich fix wieder, spätestens im Oktober 2017 zum Limone Extreme Skyrace.

Limone Extreme Skyrace, ich komme wieder!

Limone Extreme Skyrace, ich komme wieder!

Hier auch noch ein große Dankeschön an Dynafit für die Einladung und die großartige Betreuung vor Ort und den Veranstalter!