Nachbericht GGUT Gletscherwelt Trail

Erst im Vorjahr erblickte der GROSSGLOCKNER ULTRA-TRAIL® powered by DYNAFIT das Licht der Welt  und er steigt gleich auf in den Trailrunning-Olymp. 727 Teilnehmer aus 31 Nationen waren heuer bei der zweiten Auflage am Start in der Region Zell am See-Kaprun, Kals am Großglockner und in Utendorf-Weißsee. Im Vorjahr war ich leider verhindert, doch heuer hab ich mir eine Teilnahme auch nicht nehmen lassen.

Gute Laune und traumhafte Aussicht am Start.

Gute Laune und traumhafte Aussicht am Start.

Geplant war ja ursprünglich der Glockner Trail über 50k/2000hm, es wurde dann aber der Gletscherwelt Trail über 30k/1000hm. Ich wollte etwas kürzer treten. (warum könnt ihr hier noch nachlesen). Doch auch der „kleine“ GGUT macht mir letztendlich großen Spaß. Denn eines ist klar, die Österreichische Trailrunning-Szene hat mit dem GGUT einen Treffpunkt gefunden. Denn egal ob die Leute selber am Start waren, als Begleitläufer beim 110k fungierten oder als Zuschauer vor Ort waren. Man traf überall bekannt Gesichter.

Dementsprechend gut war die Stimmung schon am Freitag bei der Startnummern-Abholung. Es war ein großes Hallo, ein Händeschütteln, wieder sehen, plaudern und großes Fachgesimple. Auch bei der Pressekonferenz war die gute Laune spürbar. OK-Chef Hubert Resch war sichtlich gelöst, da die Wetteraussichten sehr gut waren und ein frühzeitiger Abbruch wie bei der Premiere kein Thema war. Auch von Tourismus-Seite war man begeistert und streute Resch, ob der hervorragenden Organisation, Rosen. „Ich bin es aber nicht alleine, es ist das ganze Team welches großartige Arbeit leistet“, betonte Resch selbstlos. Und es war wirklich so, egal wo man hin kam. Das Team des GGUT war bemüht und begeistert.

Hier gings runter zum Start auf der Staumauer.

Hier ging´s runter zum Start auf der Staumauer.

Den Start des 110k GGUT habe ich verschlafen, der fand um Mitternacht statt und ich sollte schon um 5:00 aus dem Bett. Auch wenn der Start des Gletscherwelt Trail erst um 8:00 erfolgte, bis zum Startplatz war es aber ein weiter weg von Kaprun. Hier startete das 110k Rennen, dort war auch das Ziel und das Zentrum der Veranstaltung. Wir mussten aber erst mit dem Bus und dann mit der Gondel bis zur Rudolfshütte. Also früh raus, aber kein Problem. In der Pension wo ich untergebracht war wurden wir schon in der früh bestens versorgt und es ging gestärkt mit einem Teil des Dynafit Teams auf den Weg zur Rudolfshütte.

Über 200 Starter stellten sich dem Gletscherwelt Trail. Besonders spektakulär war der Start der neu in das GGUT Programm aufgenommenen Strecke. Wir sind auf der Staumauer des Weißsee-Stausees losgelaufen. Vor uns lag die traumhafte Bergwelt rund um den Glockner und das Wetter war gewaltig. Was man noch erwähnen sollte: Der Gletscherwelt Trail ist mit 30k und 1000hm die Einsteigerstrecke, aber auch jene für die Downhill-Spezialisten. Denn zu den 1000hm Aufsteig, kamen 2300hm im Downhill, gespickt mit einigen technischen Passagen. Doch auch wenn diese im Programmheft mit einen Rufezeichen versehen sind, sie sind nicht all zu arg.

Am Kapruner Törl. Foto: Großglockner Ultratrail - Willi Seebacher

Am Kapruner Törl. Foto: Großglockner Ultratrail – Willi Seebacher

Meine Mission für das Rennen war klar, ich wollte Spaß haben. Dementsprechend weit hinten bin ich gestartet, auch hier traf ich wieder einige Bekannte, wie zum Beispiel Traunsee-Bergmarathon Veranstalter Harald Buchinger, der es auch locker angehen wollte. Dann ging es los, von der Staumauer an der Rudolfshütte vorbei in eine traumhafte Landschaft. Für ein Kind aus den Kitzbüheler Grasbergen war der Untergrund ungewohnt. Viele Felsblöcke, Steine und sehr schroffes Gelände. Ich war froh, mich für den Dynafit Feline Ultra entscheiden zu haben, der mir viel Grip bot auf dem Fels.

Ich driftete zwar immer wieder in den „Rennmodus“, wurde schneller und dachte ich müssen den da vorne noch einholen. Aber ich konnte immer wieder vom Gas gehen und das Rennen echt so richtig genießen. Nach einem kurzen Anstiegt und einem ebenso kurzen Downhill ging es auf das Kapruner Törl mit 2639m. Da wurde dann die Luft etwas dünn, der Aufstieg war ziemlich knackig aber oben angekommen war die Aussicht großartig. Es erwartete uns dann eines der Highlights der Strecke. Ein Schneefeld über 200hm auf dem man es so richtig laufen lassen konnte. Einfach ein riesen Spaß.

Der Downhill auf dem Schneefeld war der Hammer.

Der Downhill auf dem Schneefeld war der Hammer.

Die weitere Strecke bis zu den Kapruner Hochgebirgs-Stauseen war auch sehr lässig, alles laufbar und nicht nur Bergab, sondern auch ab und zu gerade aus. Ab den Stauseen wechselte dann der Untergrund von Fels auf Wiesenboden. Die Strecke führte dann immer wieder auch teilweise über Asphalt. Das ist sicher Geschmackssache, ob einem das zu viel war oder nicht. Ich fand es ok, denn die Trailpassagen dazwischen waren extrem cool. An steilen Hängen, sogar in einen Tunnel und dann halt wieder ein bissl Asphalt bevor es dann endgültig auf einem Trail ins Tal ging. Auch hier bot sich den Läufern noch eine abwechslungsreiche Strecke. Doch vom vielen Bergab waren meine Beine schon etwas schwer. Inzwischen hatte ich auch einen Begleiter gefunden. Ich habe ihn fast das ganze Rennen immer wieder vor mir gesehen, aber erst im letzten langen Downhill hab ich ihn eingeholt.

Wir sind dann gemeinsam gelaufen, immer wieder mit kleinen Ausreißern, aber keiner konnte sich wirklich absetzen. Also war für uns klar, wir laufen gemeinsam im Ziel ein. Beim wirklich allerletzten Downhill hab ich es dann aber laufen lassen. Bremsen wäre anstrengender gewesen und ich hab ihn wieder verloren. Aber Kaprun rein hab ich dann etwas getrödelt und wir konnten wirklich gemeinsam ins Ziel laufen. Das sind so Momente, die Trailrunning für mich ausmachen: gemeinsame Erlebnisse und Emotionen. Es geht nicht um Sekunden, sondern darum etwas zu schaffen – er genau gleich wie ich. Und wir haben es geschafft, es ging gemeinsam ins Ziel.

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Auch hier wieder jede Menge bekannte Gesichter und auch OK Chef Hubert Resch. Ihm und seinem Team will ich ein großes Kompliment aussprechen. Der GGUT ist in seinem zweiten Jahr schon extrem gut organisiert, mit nur mehr wenig Luft nach oben. Doch ich bin mir sicher, dass Hubert und seine Leute den heurigen GGUT schon im nächsten Jahr wieder toppen werden.

Mein Fazit ist klar: Eine wirklich tolle Veranstaltung, mit einer super Strecke (Gletscherwelt Trail, die anderen kenn ich noch nicht), super netten Helfern, einer traumhaften Kulisse und guter Stimmung im OK-Team und bei den Startern. Lediglich die Zuschauer sind noch nicht in der Menge vertreten, wie es sich die Läufer und der Veranstalter verdient hätte. Aber ich bin mir sicher, dass sich auch hier noch etwas entwickeln wird.

Anstossen auf einen lässigen Wettbewerb mit Markus Kröll.

Anstossen auf einen lässigen Wettbewerb mit Markus Kröll.

Und hier noch die Ergebnisse:

GGUT 110 KM – Top 3 Herren: 1. Gerald Fister (AUT, Trailcondor by BOSCO) – 15:13,36; 1. Florian Grasel (AUT, Sharxx Alpine Team) – 15:13,36; 3. Andreas Trockner (AUT, Salomon Running Team) – 15:44,23

GGUT 110 KM – Top 3 Damen: 1. Kristin Berglund (SWE, Salomon Running Team) – 18:43,07; 2. Katia Fori (ITA, Team Tecnica) – 19:01,13; 3. Katrin Grieger (GER) – 19:44,56

GT 50 KM – Top 3 Herren: 1. Markus Stock (AUT, Dynafit) – 4:48,21;  2. Gediminas Grinius (LTU, Team Vibram) – 4:50,23;  3. Michael Kabicher (AUT, Boa Closure System) – 4:53,20

GT 50 KM – Damen: 1. Sandra Koblmüller (AUT, Salomon Running Team) – 5:42,25; 2. Rosanna Buchauer (AUT, Dynafit) – 6:14,50;  3. Evelyne Lachner (AUT, Dynafit) – 6:18,19

GWT 30 KM – Top 3 Herren:  1. Jan Mrazek (CZE, Skyrunning Team) – 2:57,25; 2. Georg Egger (AUT, Dynafit) – 2:58,54;  3. Philipp Schrempf (AUT) – 3:02,19; 3. Thomas Bosnjak (AUT) – 3:02,19

GWT 30 KM – Top 3 Damen:  1. Johanna Erhart (AUT, Dynafit) – 3:34,15; 2. Anna Fröhlich (AUT) – 3:50,26; 3. Lisa Pantoi (AUT, Salzburg Trailrunning Festival) – 3:53,15

GGUT 110 KM Staffel – Top 3: 1. Martin Gansterer und Markus Glantschnig (AUT, Running Puchberg Selection) – 14:03,23; 2. Matthias Bauer und Marcus Baur (GER, Salomon Running Team Deutschland) – 15:29,14; 3. Matthias Reichart und Florian Loher (GER, Floris) – 16:48,13

Mehr Infos zum GGUT findet ihr hier: www.ultratrail.at