Neuheiten auf der Outdoor 2017

Was gibt es Neues? Eine Antwort auf diese Frage gab’s bei der Outdoor Messe in Friedrichshafen vom 18. bis 21. Juni 2017. Auf dieser Fachmesse werden alljährlich die Neuheiten aus den Outdoor Produktgruppen für den kommenden Sommer vorgestellt. Als Trailrunner fallen wir in diesen Bereich und somit gab es auch für die Trailrunner viele Neuheiten zu bestaunen. Zudem hat sich die Outdoor heuer auch verstärkt dem Thema Running gewidmet. Mit einem eigenen Bereich.

Der Tag auf der Outdoor hat mit einem Blogger Frühstück begonnen.

Es ist ein klarer Trend zu erkennen: Immer mehr Unternehmen erkennen das Potential von Trailrunning und somit wird die Produktpalette immer größer. Aber nicht alle Unternehmen nennen es auch Trailrunning. So greift der Begriff Mountain Training immer mehr um sich und wird von vielen Herstellen kommuniziert. Hierzu werde ich in den kommenden Wochen mal eine ausführliche Geschichte dazu schreiben. Denn ich will euch nicht länger auf die Folter spannen und euch die Neuheiten zeigen, die mir ins Auge gesprungen sind oder ich als spannend sehe. Die Neuheiten von Dynafit und Salewa habe ich euch schon gesondert vorgestellt, die beiden Oberalp Unternehmen waren nicht auf der Outdoor, sondern haben sich gesondert präsentiert. (mehr dazu hier)

Salomon

Die Franzosen haben das Trailrunning in Europa richtig groß gemacht und gelten nach wie vor als Platzhirsch. Doch Salomon ruht sich nicht auf der Vergangenheit aus, sondern treibt den Sport mit seiner Entwicklung weiter voran. Die S-Lab Kollektion bleibt im Großen und Ganzen gleich, aber es kommt ein sehr spanendes Update. Der S-Lab Sense Ultra wird in der zweiten Version aufgelegt und da geht Salomon neue Wege. Der S-Lab Sense Ultra 2 kommt extrem technisch daher. So bekommt er im Mittelfußbereich zwei Verstärkungen, die das sogenannte Skin Guard und auch die Zwischensohle bekommt eine weitere Verstärkung und Dämpfung mit Energysafe und Energycell. Optisch wird er dadurch extrem auffällig.

Ein Update bekommt auch der S-Lab Speed 2. Neu ist zum Beispiel auch der XA Elevate. Dieser Schuh spielt in dieser neuen Mountain Training Liga. Die XA Serie ist seit jeher eine sehr robuste, für den alpinen Einsatz, wie der S-Lab XA Alpine gezeigt hat. Mit dem Elevate bietet Salomon einen interessanten Trailrunning Schuh, der aber auch zum Speedhiking oder schnellen Berggehen geeignet ist. Auch Einsteiger dürften mit dem neuen Schuh ihre Freude haben.

Scott

Im Vorjahr lieferte Scott mit dem Supertrac RC die Überraschung der Messe ab. Heuer wird die Idee des Supertrac RC in weitere Modelle übertragen. Die RC Linie bleibt gleich, was die Schuhe betrifft. Die RC-Bekleidungslinie wird hingegen etwas erweitert. Zum Beispiel um eine sehr leichte wasserdichte Jacke und Hose, die auch für Ultras als Pflichtausrüstung bestens geeignet sind. Neu ist, dass der AeroFoam+, die Zwischensohle des Supertrac RC, in den Kinabalu übernommen wird. Ganz neu ist hier der Kinabalu Power und drunter der neue Kinabalu.

Bei beiden Schuhen kommt die neue Sohlenkonstruktion zum Einsatz und auch wieder eine neue, ganz speziell designte Außensohle mit dem Namen „Forward Traction“. Mir persönlich gefällt der neue Kinabalu als Trainingsschuh auf den ersten Blick sehr gut. Der Kinabalu Power ist mir zu technisch. Neben der Fersenkappe kommt noch ein weiteres Plastikteil dazu, der Power Cage, wie er genannt wird. Er soll dem Schuh mehr Fersenhalt geben. Man wird sehen, ob das in der Praxis funktioniert oder ob der normale Kinabalu die bessere Wahl ist. Gleich bleiben bei Scott auch die Stöcke und die Rucksäcke.

The North Face

Bei The North Face wurde die Schuhpalette sanft, aber komplett überarbeitet. Optisch wurden sie alle etwas sportlicher und wirken nicht mehr ganz so grob. In der Ultra Serie gibt es drei Modelle, wobei der Endurance der bekannteste ist. Der Schuh wurde vor allem beim Obermaterial upgedatet. So hat die 2018 Version deutlich weniger Nähte, ist mehr verklebt. Die Zehenkappe wirkt weniger massiv und auch die Lasche wurde überarbeitet. Bei der Sohle vertraut man weiterhin auf die Vibram Megagrip Mischung.

Der Ultra Vertical ist die etwas leichtere Version mit weniger Material und etwas weniger Schutz. Aber auch der Vertical ist noch immer genug geschützt. Wurde aber auch mehr verklebt. Der robusteste unter den Ultra Modellen ist der MT II mit einem wesentlich gröberen Profil und auch deutlich robusterer Verarbeitung. Der MTII eignet sich vor allem für den alpinen Einsatz mit viel Stein und Fels. Neu ist der Flight RKT. Ein relativ leichter Schuh, der aber vor allem für sehr einfache Trails gedacht ist. Auch bei der Bekleidung gibt es neue Teile, wie eine super leicht und minimal verpackbare Wetterjacke.

Camelbak

Bereits heuer hat Camelbak drei sehr spannende und sehr gute Trailrucksacke auf den Markt gebracht, nun schieben die Amerikaner ein weiteres Modell nach. Hier erfüllen sie meinen größten Wunsch, endlich haben sie eine Stockhalterung bei einem Rucksack. Diese fehlte bisher. Mit dem Nano bringt Camelbak einen sehr kleinen Rennrucksack mit 4 Liter Packmaß, den eigenen, überarbeiteten Softflasks und einer super simplen Stockhalterung am Rücken. Zudem verfügt der Rucksack noch über jeweils zwei Seitentaschen. Ich bin schon echt gespannt, wie sich der Nano auf den Trails macht.

Masters

Die Italiener von Masters stellen schon seit Jahrzehnten Stöcke her, aber meist für andere Hersteller. Das Know-How ist also da, und das merkt man auch. Es gibt mehrere Modelle fürs Trailrunning. Einen Variablen, einen Faltstock und besonders spannend finde ich den Fixstock. Der bringt bei einer Länge von 105cm sagenhafte 81 Gramm auf die Waage. Ausgestattet mit einem etwas längeren Griff und einer sehr angenehmen Schlaufe lässt er das Thema Fixstock wieder interessant werden. Es gibt den Stock in 5cm Schritten bis 135cm.

Merrell

Auch hier ist ein Update zu finden. Der All Out Crush wurde überarbeitet und bekommt den 2er dazu und auch Agility Peak Flex wurde leicht überarbeitet. Merrell ist aber vor allem auf den Barfußbereich spezialisiert und bringt hier auch ein Modell für den Trail. Der Trail Glove 4 Knit wird wie ein Socken aus einem Garn gestrickt und dann in die Schuhform gebracht. Drunter kommt noch eine Vibram Sohle und fertig ist ein Schuh mit super Passform und komplett ohne Nähte. Die Schnürung erfolgt mit einem Quick Lace System. Mit 0mm Sprengung und minimaler Sohle würde ich ihn aber nicht als herkömmlichen Trailschuh einordnen, sondern als zusätzliches Trainingsgerät, um die Beinmuskulatur zu trainieren.

Auch Merrell bringt einen Vertreter der Mountain Training Kategorie. Der MQM Flex soll sowohl zum schnellen Gehen als auch zum Laufen in den Bergen geeignet sein. Auf den ersten Blick sieht er aber wirklich wie ein interessanter Trailschuh aus. Also wohl auch eine Alternative für alle, die mit einem Schuh mehr als nur Laufen wollen.

Der MQM

Montrail

Auch bei den Amerikanern von Montrail wurde Modellpflege betrieben. Sowohl der Trans Alpine FKT, also auch der Caldorado, der Rogue und der Bajada haben ein Update erhalten. Vor allem der Trans Alpine wirkt nun etwas leichter und weniger massiv. Hier wurde viel verklebt und auf Nähte verzichtet, das hat dem Schuh zumindest optisch sehr gut getan.

Trans Alps FKT II

Caldorado II

Scarpa

Der italienische Bergsport Spezialist konnte heuer vor allem mit dem neuen Spin punkten. Diesen Schwung nimmt man bei Scarpa mit und legt dazu noch den Spin RS8 dazu. Nicht mehr ganz so leichtgewichtig wie der Spin, aber mit mehr Komfort und Schutz soll der RS8 die Kunden begeistern. Eine Neuauflage erlebt auch der Neutron, mit dem Neutron 2. Er bietet deutlich mehr Schutz als die beiden Spin Modelle und ist vor allem für alpine Läufe konzipiert. Scarpa setzt bei allen seinen Schuhen auch weiterhin auf die Vibram Sohlen.

Altra

Auch bei Altra setzt man auf bewährtes und begnügt sich mit Updates. So kommt der Lone Peak in der Version 3.5 und der Olympus in der Version 2.5. Das hat auch einen guten Grund, die beiden Modelle funktionieren einfach. Neu dazu kommt der Timp, der sich zwischen dem Lone Peak und dem Olympus einreiht, also etwas weniger Dämpfung als der Olympus, aber komfortabler als der Lone Peak. Das Modell wird es aber schon ab Herbst geben. Gleich bleibt der King MT, der bekommt dafür neue Farben verpasst.

Timp

King MT

Olympus 2.5 Damenversion

Komperdell

Ja richtig gelesen, die Österreicher steigen in den Trailrunning Bereich ein. Komperdell bringt gleich drei Modell auf den Markt. Der Trailrunning Foldable ist ein Faltstock mit einem verlängerten Griff und wird aus Carbon gefertigt wie auch der Trailrunning Fix. Wie es der Name schon vermuten lässt, ist das ein leichter Fixstock. Am auffälligsten ist aber sicher der Trailrunning Bent. Ebenfalls aus Carbon, aber geschwungen wie ein Super-G Stock. Die Biegung soll dafür sorgen, dass der Stock, wenn man ihn beim Laufen hält, in die richtige Position rutsch, also den Balance Punkt in Laufrichtung. Sieht spannend aus. Ob es sich am Trail bewährt, kann ich hoffentlich mal testen. Wenn ich mir die Verarbeitung ansehen, haben die Österreicher aber ihre Hausaufgaben zweifelsfrei gemacht. Eine sehr kurze Spitze bei allen drei Modellen, ein Mini-Teller und ein verlängerter, weicher Griff mit einer angenehmen Schlaufe.

Mountain King

Wenn wir schon bei Stöcken sind, muss ich auch die Trail Blaze von Mountain Kin erwähnen. Sie sind nicht neu, zeigten sich aber auch auf der Outdoor. Auch hier haben wir einen Faltstock, entweder in Alu oder in Carbon. Aber die Bauweise ist minimalistisch und das sieht man auf der Waage. Der Carbon Faltstock wiegt bei 120cm nur 106 Gramm. Dazu hat er noch einen super simplen Verschluss und wird von Mountain Kind selbst produziert. Mit Leidenschaft, wie man am Stand merkte.

Mammut

Hier haben wir nun einen Vertreter, der voll auf das Thema Mountain Training setzt. Mammut hat zumindest vom Namen her, Trailrunning aus dem Programm genommen. Das stimmt aber so nicht. Es gibt nach wie vor Trailrunning Schuhe und auch Bekleidung, sie läuft nun halt unter einem anderen Namen und ist was die Bekleidung betrifft einfach multifunktionell einsetzbar. Ein tolles Update hat der frühere MTR 201-II Max bekommen. Er heißt nun Sertig Advanced. Mit wesentlich weniger Nähten, schönen Verklebungen und weiterhin einer sehr gut gedämpften Sohle. In der Sertig Serie gibt es auch weitere Schuhe, die zum Trailrunning geeignet sind.

Adidas Terrex

Unter dem Zusatznamen Terrex versucht Adidas ebenfalls im Trailrunning Fuß zu fassen. Von manchen Puristen kritisch gesehen, aber mit zunehmenden Erfolg. Denn die Produkte scheinen zu funktionieren.

Auch für den Sommer 2018 verspricht Adidas Terrex einige Neuheiten. Super finde ich den Einsatz von Adidas in Sachen Umweltschutz. So gibt es von Adidas Produkte aus recyceltem Parley Ocean PlasticTM, also aus Kunststoff-Müll aus dem Meer. Hier gibt es mehrere Bekleidungsteile aber auch den Terrex Two Boa. Ein Mittel- bis Langstreckenschuh mit Boa Schürsystem und wie gewohnt bei Adidas mit einer Sohle vom Reifenhersteller Continental. Für Gesprächsstoff sorgt auch sicher die Farbauswahl des Two Boa. So gibt es eine rein weiße Variante des Schuhs.

Spannend finde ich auch das Agravic Hybrid Longsleeve mit einer leichten Isolierschicht nur im Frontbereich und an den Schultern, wenn’s mal kühler wird am Berg. Bekannt sind schon die Schuhmodelle Agravic Speed mit der Boost Dämpfung, der Trailmaker und der Terrex Agravic.

Leki

Hier habe ich leider keine Fotos dazu, weil der Akku der Kamera schlappmachte. Die News von Leki will ich euch aber nicht verschweige. Denn sie bringen den RCM 1.0 als Falt-Version für den Trail auf den Markt. Also ein super leichter, steifer Carbon-Faltstock ohne das Trigger-System, also mit normaler Schlaufe. Ich gestehe: Darauf habe ich schon länger gewartet. Dazu kommt schon im Herbst ein Update zum Trail Pro 18 mit einem verstärkten Schaft mit einem verlängerten Griff und auch ein Fixstock mit dem Namen Vertikal K.

Fazit

Es kann nicht jedes Jahr das Rad neu erfunden werden. Man merkt einfach, dass die Entwicklung in unserem Sport wirklich schon sehr weit fortgeschritten ist und nicht mehr jedes Jahr alles neu wird. Aber es entwickelt sich stetig weiter und das ist für uns Trailrunner sehr gut. Einen Trend sehe ich interessanterweise wieder zu den Fixstöcken, denn immer mehr Hersteller haben diese Modelle (wieder) im Programm. Ein Trend der mir nicht gefällt ist, dass die Schuhe wieder mit mehr technischem Schick-Schnack daherkommen. Also viele Verstärkungen und wieder mehr Plastik. Das muss aus meiner Sicht nicht sein. Und noch ein Style-Trend: die Truckercaps sind wieder voll im Kommen, auch auf den Trails. Also nicht mehr die mit dem flachen Schild, sondern wieder die mit den richtigen, gebogenen und hinten Netz. Fast jeder Hersteller hat die im Programm, selbst solche Firmen wie Buff, die bisher immer andere Caps gepusht haben, sind auf diesen Zug aufgesprungen. Vorbei dürften im kommenden Jahr wohl wieder die Radler-Caps sein, die heuer so gefragt sind. Die waren fast nicht mehr zu entdecken.

Ich hoffe ihr hatte Freude mit dem kleinen, absolut unvollständigen, Ausblick auf den Sommer 2018.