
Gibt es keine Schuhe mehr ohne maximale Sohle? Diese Frage höre ich oft und ich kann sie euch beantworten: Doch es gibt sie noch. Mit dem Lone Peak hat Altra hier einen Klassiker im Programm, dem er mit dem neuen Lone Peak 9+ ein Upgrade verpasst hat. Nach längerer Pause hatte ich mit diesem Model endlich mal wieder die Möglichkeit, einen Altra zu testen. Der bisher Letzte war der Lone Peak 5 (Test), was hat sich verändert?
Der erste Eindruck
Altra steht seit seiner Gründung wie kaum eine andere Firma für 0 mm Sprengung und den speziellen geformten Leisten in Fußform, dem „Footshape“. Der Lone Peak war das erste Modell des Herstellers und folgt noch immer den klassischen Tugenden von Altra. Das ist auch beim aktuellen Lone Peak 9+ so. Er hat den markanten „Footshape“, also mit einer breiten Zehenbox, hat die 0 mm Sprengung und noch dazu eine sehr minimalistische Dämpfung. Wie schon bei den Vorgängern beträgt die Standhöhe 25 mm. Die Verarbeitung ist sehr sauber und alles ist geklebt und ohne Nähte. Bei der Schnürung bleibt der Hersteller bei diesem Modell der Schnürung treu. Von Altra gibt es auch BOA Modelle, wie den neuen Timp BOA. Das Gewicht liegt in der Grüße UK 8,5 bei 313 Gramm.

Die Passform
Keine Frage, optisch sieht der „Footshape“ von Altra schon etwas speziell aus und das ist auch Lone Peak 9+ wieder so. Er wirkt vorn extrem breit und das ist er auch. Der Leisten des Schuhs hat die Form des Fußes, damit soll dieser nicht in eine Form gezwungen werden. Das macht auch den Lone Peak 9+ wieder zu einem sehr bequemen Schuh. Man hat im Vorfuß viel Platz, das fühlt sich sehr angenehm an. Für schmale Füße ist das aber nicht ganz ideal. Dank der Schnürung hat man aber trotzdem einen guten Halt im Schuh. Dazu kommen die 0 mm Sprengung.

Die Sohle
Hier kommt beim Lone Peak 9+ inzwischen das Altra EGO zum Einsatz. Wobei inzwischen nicht ganz richtig ist, es handelt sich um eine zeitgemäße Form des EVA-Materials mit schickem Namen. Es punktet vorrangig durch Langlebigkeit und weniger durch seinen Bounce. Die Sohle ist mit 25 immer noch gleich dünn wie bei den Vorgängern, aber auch nicht zu dünn, um komfortabel genug zu sein. Auch Altra-typisch ist die 0-mm-Sprengung. Das heißt, man steht flach im Schuh. Ich mag dieses Gefühl sehr, aber Läufer sollten sich langsam daran herantasten. Bei der Außensohle gibt’s keine Experimente, hier kommt der Megagrip Gummi von Vibram zum Einsatz. Das Profil weist große 4-mm-Stollen auf, die unterschiedlich angeordnet sind. Die Sohle ist nach hinten raus leicht verlängert. Das bringt mehr Grip im Downhill.

Persönlicher Eindruck
Einen Altra Schuh zu tragen ist immer noch etwas Besonderes und vor allem etwas Anderes. Auch der Lone Peak 9+ hat wieder das typische Altra Feeling. Das kommt zum einen durch den „Footshape“, der Fuß fühlt sich wirklich freier in einem Schuh mit diesem Leisten und zum anderen auch durch die Sprengung mit 0 mm. Man steht sehr tief und direkt auf dem Boden, es ist aber dennoch kein Barfußschuh. Es fühlt sich wie ein richtiger Schuh an, aber halt anders. Auf den ersten Metern wirkt es ungewohnt, aber der Lone Peak 9+ läuft sich locker und angenehm. Ja, er ist direkt und vor allem viel direkter als ein Schuh mit dicker Sohle, aber immer noch angenehm zu laufen. Die Dämpfung ist ausreichend, aber nicht sonderlich dynamisch. Sie sorgt aber auf dem Trail für ausreichend Komfort. Dort begeistert primär die weiche Bauweise des Lone Peak 9+. Ich habe da viel Gefühl für den Untergrund und der Schuh bügelt nicht über den Trail hinweg, sondern lässt einen den Untergrund erspüren. Das heißt aber auch, dass man eine gute trainierte Fußmuskulatur haben sollte. Der Grip ist hervorragend, sowohl auf weichem Untergrund als auch auf Steinen/Felsen oder Wurzeln. Das liegt zum einen am Vibram Megagrip Gummi, aber auch an dem sehr griffigen Profil.
Pro&Contra
Pro: Viel Gefühl für den Untergrund, guter Halt in Ferse und Mittelfuß
Contra: eher schwer, für eher breite Füße, sehr weich und kaum Unterstützung für den Fuß

Fazit Altra Lone Peak 9+
Keine Frage, der Altra Lone Peak war immer schon ein puristischer Trailschuh und das ist er auch in der 9+ Version. Er gibt ganz viel Gefühl für den Untergrund, ist wenig gedämpft und vor allem ist er immer noch sehr weich. Nicht mehr ganz so wie seinen früheren Vorgänger, aber immer noch hat er wenig Torsionssteifigkeit. Das hat Vor- und Nachteile. Es gibt eben dieses extra an Gefühl für den Untergrund, fühlt sich sehr natürlich an, hilft aber dem Fuß auch kaum. Das heißt, auch der Lone Peak 9+ ist ein Schuh für eher erfahrenere Läufer auf dem Trail. Die werden in langsamen bis mittlerem Tempo Spaß haben mit dem Schuh und dem direkten Kontakt zum Boden. Leider ist der Schuh eher schwer, das bremst ein wenig den Spaß. Die Dämpfung ist hingegen ausreichend und der Grip hervorragend. Ich mag auch diesen „Footshape“ sehr gerne, ich fühle mich in den Altra Schuhen sehr wohl. Man sollte sich an den Schuh aber langsam herantasten, raus aus dem Maximaltreter und rein in den Altra Lone Peak 9+ und gleich mal 30k hinlegen ist keine gute Idee.
„Der Altra Lone Peak 9+ ist ein Farbtupfer in einer immer maximaler werdenden Trailschuhwelt. Ein puristischer Schuh mit ‚Footshape‘ und viel Gefühl für den Untergrund.“
Herstellerhinweis
Mehr Infos zum Altra Lone Peak 9+ findet ihr hier






Transparenzhinweis: Das Produkt wurde mir für diesen Test vom Hersteller zur Verfügung gestellt. Damit ist aber keinerlei Einfluss auf das Ergebnis des Tests verbunden.
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